TV or not TV ? – von den Herausforderungen des Deutschen Fernsehens im Jahre 2020

von Franziska Söhnel (10c)

Was muss passieren, damit das deutsche Fernsehen wieder genießbar wird?

“Im Fernsehen läuft nur noch Müll!“, das höre ich aktuell immer öfter. Doch ist das Fernsehen im Jahr 2020 wirklich so schlecht geworden, dass es nicht mehr ansehenswert ist und wie Müll in die Tonne getreten werden sollte oder gibt es noch Hoffnung für das deutsche Fernsehen?

Ich finde das einst lodernde Feuer des deutschen Fernsehens ist noch nicht ganz erloschen- ein kleiner Kohlerest ist noch am Glühen. Wir sind noch nicht am Ende der Ära des klassischen Fernsehens angelangt, das Feuer kann erneut entfacht werden. Doch diese Chance muss mit Bedacht genutzt werden. Was also muss das Fernsehen den Zuschauern bieten, um deren Interesse und Neugier zu wecken und sie wieder vor den Fernseher zu locken?

Ein wichtiger Aspekt ist meiner Meinung nach, dass das Fernsehen seinen Zuschauern ein vielfältiges Angebot an Programmen und Sendungen bietet. Denn nur auf diese Weise kann es viele verschiedene Zielgruppen unter seine Fittiche nehmen. Ein jeder Mensch ist einzigartig und so interessiert sich logischerweise nicht jeder Mensch für das gleiche Programm. Oder herrscht bei Ihnen in der Familie etwa immer komplette Übereinstimmung bei der Wahl des abendlichen Fernsehprogramms? Wir brauchen Abwechslung! Der eine will sich einem leichten, schlichten Unterhaltungsprogramm widmen, wohingegen der andere sich mit Dokus und spannenden Wissenssendungen weiterbilden möchte.

Marcel Reich-Ranicki äußerte bereits 2008 in einer Diskussion mit Thomas Gottschalk den Wunsch, Unterhaltungsprogramm auf einem gewissen Niveau zu halten und seiner Aussage: „Man kann reine Unterhaltungsprogramme liefern, die doch ein gewisses Niveau haben.“ stimme ich gänzlich zu. Das, was wir aktuell zum Teil im Fernsehen zu sehen bekommen, kann nicht anders als „niveaulos“ betitelt werden. Möchtegern Promis suchen nach der wahren Liebe, lassen sich in Häuser sperren und werden rund um die Uhr beobachtet. Das Niveau der deutschen „Realitiy Shows“, die, wie ich bedauernd feststellen muss, einen Großteil des Fernsehens 2020 ausmachen, ist am untersten Zipfel des Berges angekommen. Schauen wir uns diesen „Blödsinn“ (Marcel Reich-Ranicki) länger an, so werden wir tatsächlich verblöden. Ich fordere nicht, dass „Reality Shows“ ab sofort einen gewissen Bildungsauftrag verfolgen, aber ist es schon zu viel verlangt, dass die Teilnehmer korrekte deutsche Sätze bilden können und sich angemessen ausdrücken?

Ein vielfältiges, abwechslungsreiches Programm, welches verschiedenste Zielgruppen einbindet und zudem auf einem bestimmten Niveau gehalten wird, trüge in meinen Augen viel dazu bei, dass Feuer der Interesse am deutschen Fernsehen wieder zu entfachen. Ein Kompromiss zwischen Unterhaltung und Bildung muss gefunden werden, sodass das deutsche Fernsehen erneut als interessant und genießbar betitelt wird