Food Sustainability: Knödelkult und DingsDums Dumpling

Dieser Artikel entstand im Rahmen der Reihe „Jugend und Wirtschaft“   der ‚Frankfurter Allgemeinen Zeitung‘. Die Schüler und Schülerinnen der Klasse 10c nahmen mit ihrer Lehrerin Daniela Keller im SJ 2018/2019 daran teil.

von Julia Onyems

Food Sustainability: Knödelkult und  DingsDums Dumpling

Nachhaltig leben, nachhaltig essen, nachhaltig einkaufen. Seit Jahren werden wir durch das Schlagwort Nachhaltigkeit immer mehr beeinflusst. Biolebensmittel, wie auch Fairtrade Produkte, werden für uns immer alltäglicher. Da jedoch macht der Trend Sustainability keinen Halt. Man will nicht nur gesunde und faire Produkte haben, sondern auch möglichst keine Lebensmittel verschwenden. Mit dem Problem der Lebensmittelverschwendung hat sich auch das junge Unternehmen Knödelkult befasst und sie mit einer kreativen Idee umgesetzt.  Sie haben herausgefunden, dass jedes Jahr allein in Deutschland mehr als 500 000 Tonnen Brot weggeworfen werden. Das heißt bei einer Bäckerei landen täglich bis zu 20% der gesamten Produktion in der Tonne. Deshalb fanden die Gründer des Unternehmens Knödelkult, dass es höchste Zeit ist, etwas dagegen zu tun.

Wie der Name schon verrät, produziert Knödelkult Knödel. Die drei Gründer sind der Meinung, dass der Knödel zu mehr fähig ist als nur zum Nebendarsteller auf dem Teller. Deshalb produzieren sie jetzt leckere Knödel zu 100% aus gerettetem Brot, die es bereits fertig gegart im Glas zu kaufen gibt, damit man sie schnell und einfach zubereiten kann. Sie verkaufen ihre Produkte unter anderem in ihrem Online Shop, in verschiedenen Feinkostläden und auch in den ersten Supermärkten in Deutschland. Dort verkaufen sie nicht nur den Klassiker mit Zwiebel und Speck, auch Kombinationen, wie Möhre und Curry oder Bratapfelknödel kommen bei den Kunden gut an. Das ganze Brot bekommt Knödelkult von fast 80 Bäckereien im Raum Süddeutschland, Baden-Württemberg. Das Brot wird erst in den Bäckereien bearbeitet, indem es verkleinert und getrocknet wird, damit lagerfähige Zwischenprodukte entstehen, die man nachher zu Knödelverarbeitet kann. Bis jetzt hat das Startup bereits 100 000 Brote (* 500g) gerettet.

Auszeichnungen haben die drei Unternehmensgründer ebenfalls schon bekommen. 2016 den Publikumspreis von Startnext und 2017 den Preis ,,Zu gut für die Tonne“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Der darauffolgende Gewinner für „zu gut für die Tonne“ war DingsDums Dumpling, ein weiteres Unternehmen, das was gegen die Lebensmittelverschwendung tun will. Jedoch wollten sie alles verwerten. Auch Fleisch und Milchprodukte, obwohl diese ein schnelles Ablaufdatum haben. So kamen sie auf Teigtaschen. Denn da ist es egal wie die Ware aussieht, ob die Karotte zu schief ist oder der Kohlkopf zu groß. Das Team von DingsDums Dumpling verkauft handgefertigte Teigtaschen aus überschüssigen Lebensmitteln, die sie schockfrosten und drehen, um sie  besonders lange haltbar zu machen.  Da die Teigtaschen aus geretteten Lebensmitteln hergestellt werden, sind immer neue Teigtaschen im Angebot, die in Form, Farbe, Zubereitung und Geschmack stark variieren und in Fusion aus mehreren Küchen der Welt sind. Besonders gut kommen Kreationen wie Currywurst, Feta Kimchi oder auch Rochen mit Zitronenbutter an. Um die Lebensmittel zu bekommen, arbeitet das Unternehmen mit dem Leftover – Supermarkt Sirplus zusammen und verkauft momentan ihre Teigtaschen in ihrem eigenen Laden und macht auch Catering. Das Team von DingsDums Dumpling hat auf jeden Fall vor das Catering noch auszubauen, um in unterschiedliche Kreise zu kommen und ihnen das Thema Lebensmittelverschwendung ein bisschen näher zu bringen. Sie haben auch bereits einen Onlineshop in Planung. Beide Unternehmen bringen die Idee der Wiederverwertung auf ein nächstes Level und legen sehr viel Wert auf Nachhaltigkeit und tragen dazu bei, die Menschen auf  Lebensmittelverschwendung aufmerksam zu machen.

Quellen

https://knoedelkult.de/

https://www.startnext.com/knoedelkult

https://www.zugutfuerdietonne.de/beispielhaft/artikel/ideen-von-morgen-fuer-brot-von-gestern/

https://www.facebook.com/DingsDumsDumplings/

Dings Dums Dumplings in Kreuzberg

Interview Janine Trappe/Gründerin –Knödelkult 21.032019

Interview Ann-Kathrin/Gründerin( zuständig für PR) –Dingsdumsumpling  11.03.2019