Wenn unser Gedächtnis uns Streiche spielt

Von Wonder Woman

Nein, dieser Artikel handelt keineswegs von Menschenrechten, falls sich das nun jemand beim Lesen des Namen ‚Mandela‘ gedacht haben könnte. Nelson Mandela spielt bei diesem Thema zwar auch eine Rolle, doch steht im Mittelpunkt des Artikels unser liebes Gehirn.

Weithin ist die Meinung verbreitet, dass unser Gehirn zusammen mit unserem Herz das wichtigste Organ unseres Körpers ist. Beinahe alle unsere Aktivitäten, ob bewusst oder unbewusst, werden durch unseren Verstand geleitet. Trotzdem vergessen wir täglich Dinge, ob nun die Lateinvokabel oder die Hausaufgaben, oft wissen wir nicht einmal, was wir am Vortag zu Abend gegessen haben.

Das Vergessen ist ja schon ärgerlich genug, doch was würde passieren, wenn unser Gehirn jetzt auch noch beginnen würde, uns an falsche Sachverhalte erinnern zu lassen?

Wenn unsere Erinnerung regelrecht darauf beharren würde, dass wir gestern Toast zu Abend hatten, obwohl es eigentlich nur ein einfaches Abendbrot gewesen war? Und um es noch unglaublicher zu machen: Was, wenn sich die ganze Familie auch nur an die Toasts erinnert?

Dann denkt man wahrscheinlich, dass man so langsam einen Termin mit einem Psychiater vereinbaren sollte, am besten direkt mit der ganzen Familie zusammen…

Aber nein, dieser Artikel handelt auch nicht von dem besten Psychiater im Kreis Stuttgart, sondern von diesem kleinen Spiel unserer Gehirne, das tatsächlich vorkommt, und nichts anderes ist als der so genannte Mandela- Effekt!

Der Mandela- Effekt bezeichnet das Phänomen, dass sich mehrere Menschen kollektiv an eine wiederlegbar falsche Tatsache erinnern. Es gibt noch keinen wissenschaftlichen Beweis für die Richtigkeit dieses Effekts, aber viele Alltagsbeispiele sprechen dafür.

Zu der Erkenntnis kam man, als die Bloggerin Fiona Broome, ein Gespräch mit anderen Anwesenden auf der Dragon Con über den Tod Nelson Mandelas führte.

Alle, die an der Diskussion teilnahmen, waren davon überzeugt, dass der Gerechtigkeitskämpfer Mandela in den Achtzigern im Gefängnis starb – und nicht 2013, nachdem er wieder entlassen wurde, wie mit jedem Zeitungsartikel, aktuellen Geschichtsbuch oder in anderen Medien belegt werden kann.

Darauf machte Broome aufmerksam und sie benannte dieses Wunder als Mandela-Effekt, nachdem sie viele weitere solcher erstaunlichen Zwischenfälle erlebte oder zu hören bekam.

Und wenn ihr denkt, dass das euch nicht betrifft, irrt ihr euch: Auch ihr seid schon mal Opfer des Mandela- Effekts geworden und werdet mit diesem Beispiel anfangen an euch selbst zu zweifeln:

Die Brettspielbegeisterten unter euch lieben wahrscheinlich Monopoly. Das berühmte Spiel mit dem Markenzeichen Mr. Monopoly, das rennende Männchen mit dem Monokel, dem Smoking und dem Gehstock.

Doch was, wenn ich jetzt sage, dass dieser Herr eigentlich gar kein Monokel trägt? Wenn ihr es nicht glaubt, schaut selber nach.

Und es bleibt auch nicht bei diesem lieben Herren:

Wenn man dann mal eine Runde Monopoly gewonnen hat, mag es vorkommen, dass man stolz „We are the champions“ von Queen vor sich her summt. Beinahe jeder kennt den Text dieses Liedes und beendet es mit einem triumphierten „of the world“.

Doch in keiner der Originalaufnahmen des Liedes ist dieser Satzteil auffindbar.

Somit ist „the world“ des Spielfreudigen ein für alle Mal zerstört und dieser gönnt sich einen entspannten Filme- Abend mit dem Motto „So viel Star Wars wie nur möglich“, um den Kopf wieder frei zu kriegen.

Während des Films wartet man natürlich aufgeregt auf die wohl bekannteste Szene der ganzen Filmreihe überhaupt, um synchron mit Darth Vader „Luke, ich bin dein Vater!“ zu röcheln. Leider kommt es nie dazu, denn in dieser Szene hieß es schon immer „Nein, ich bin dein Vater!“ als Antwort auf Lukes Frage nach seinem Vater.

Damit ist auch die Kinostimmung dahin und der Sinn am Leben vollkommen verloren.

Und das waren auch nur drei Beispiele von allzu vielen, auf die die Menschheit bereits aufmerksam geworden ist.

Es mag sein, dass diese unfassbaren Erlebnisse keine wissenschaftliche Widerlegung und Namen haben, doch eins steht fest: Es lohnt sich, die kleinen Tricks, die unser Verstand uns ab und an spielt, zu kennen und damit anderen Menschen die Augen zu öffnen und ins Staunen zu versetzen.

Ich hoffe, mir ist das hiermit ebenfalls gelungen!

 

(- weitere Beispiele für den Mandela/ Effekt sind im Internet zu finden – viel Spaß! -)

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s