Supercalifragilistisch – ein Kindermädchen nach Maß

von invisible

Wie das bekannteste Kindermädchen der Welt nun auch in Stuttgart die Bühnen erstürmt

„Supercalifragilistikexpialigetisch!“ Auch wer die Geschichte von Mary Poppins nicht kennt, hat dieses Wort wahrscheinlich schon einmal gehört. Das berühmte Kindermädchen aus England erreicht nun auch die Bühnen des Stuttgarter „Stage Apollo Theaters“.

Für alle Laien auf diesem Gebiet sei die Handlung kurz erklärt: Die 10-jährige Jane und der 8-jährige Michael sind die Kinder von George und Winifred Banks, die beide aufgrund ihrer Arbeit wenig Zeit für ihre Kinder haben und deshalb Kindermädchen für sie engagieren. Die beiden Kinder sind diesen Kindermädchen gegenüber allerdings nicht sehr nett gesinnt, da deren strenge Hand nicht ihren Wünschen entspricht. Nach einer schier endlosen Zahl von Streichen kündigt eine nach der anderen innerhalb kürzester Zeit. So kommt es, dass die beiden Kinder eine Anzeige aufsetzen wollen, in der ihre Wünsche an ein Kindermädchen deutlich gemacht werden. Ihr Vater allerdings, ein hart arbeitender Angestellter einer großen Bank, hält diese Forderungen für völligen Schwachsinn, zerreißt wütend den Zettel und setzt eine eigene, völlig gegenteilige Anzeige auf. Doch am Tag der Einstellung erscheint nur eine Bewerberin, Mary Poppins. Diese jedoch besitzt genau die Eigenschaften, die Jane und Michael auf ihrer Liste benannten. Schließlich wird sie eingestellt und obwohl Jane und Michael zu Anfang auch noch skeptisch ihr gegenüber sind, lernen sie mit ihr und ihrem guten Freund Bert eine völlig neue Welt kennen, eine Welt, die noch nicht von der Hektik und Gier beherrscht wird und für die ganze Familie ändert sich durch turbulente Begebenheiten vieles in ihrem Leben.

Obwohl die Handlung des Musicals im Großen und Ganzen nicht besonders überraschend auf den Zuschauer wirkt, der den dazugehörigen Film schon gesehen hat, bietet es eine ganz andere Sichtweise auf das Geschehen: Die Charakterzüge der Protagonisten werden stärker herausgehoben, die Lieder vermehrt – wie es in einem Musical üblich ist – und auch Tänze mit zum Geschehen passenden Choreographien ausgearbeitet. Zahlreiche Effekte führen zu magischen Momenten, die Kulisse wurde passend dargestellt und einzelne Elemente der Komik führen sowohl auf der Bühne als auch im Publikum zu einer Auflockerung der Stimmung.  Die Schauspieler wurden gut ausgewählt und verkörpern ihre Rolle überzeugend. Das Musical birgt eine ganze Reihe an Highlights, wie beispielsweise den Stepptanz der Schornsteinfeger. Im Finalteil schwebt Mary Poppins mit ihrem Regenschirm, der wie im Film einen Knauf mit einem Papageienkopf besitzt, über die Zuschauer hinweg.

Allerdings muss auch gesagt werden, dass einige Charaktere zu überzogen und damit zum Teil unsympathisch dargestellt werden. Im ganzen Musical über wurde Mary Poppins als sehr selbstverliebt verkörpert, da sie sich als „völlig ohne Fehler“ beschreibt, was für den Zuschauer eine mehr als zweifelhafte Aussage darstellen muss.

Alles in allem kann man jedoch sagen, dass das Musical die Geschichte von Mary Poppins sehr liebevoll und mit viel Mühe zu einem besonderen Werk für die ganze Familie macht.

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