Das liebe Handy

protokolliert von MK

Meinungsaustausch zum Handyverbot am Stiftsgymnasium

An folgendem Meinungsaustausch sind vier Schüler des Stiftsgymnasiums beteiligt. Um die Anonymität der Beteiligten zu gewährleisten, sind ihre Namen durch die jeweilige Stufe ersetzt.

Stufe 10: „Zum Einstieg die wichtige Frage: Sollte das Handyverbot auf dem ganzen Schulgelände durchgesetzt werden? Erst einmal: Was ist der Hauptgrund dafür? Höchstwahrscheinlich die Ansammlungen von Schülern niedrigerer Stufen vor den Türen im W-Lan-Bereich, wo diese laut sind und stören.“

Stufe 8: „Also 5. bis 7. Klässler. Horror.“

Stufe 9: „Sollen wir erst einmal darauf eingehen, was wir darüber denken?“

Stufe 8: „Generell gibt es keine Kontrolle von Handys im Schulhaus. Ich meine auf dem Klo, der Pyramide – aber welcher Lehrer kontrolliert da?“

Stufe 9: „Das Verbot reizt …“

Stufe 10: „…es zu missachten.“

Stufe 5: „Ein Handyverbot bedeutet, die Freiheit der Schüler einzuschränken.“

8: „Ich meine, wie viele Schüler sind wir am Stifts? 800? Und schätzungsweise 90% davon haben ein Handy.“

9: „Es gibt ja auch bisher eigentlich ein Handyverbot. Nur keiner hält sich daran.“

10: „Das Problem dabei ist eben immer: Wer kontrolliert? Die Lehrer? Wird dann die Pausenaufsicht immer herumgehen und nach Verstößen gegen das Verbot Ausschau halten?“

9: „In diese Kategorie fällt auch der Brief an die Eltern, den man bekommt, wenn man zum dritten Mal das Handy abgenommen bekommen hat. Er bringt nichts. Danach geht es genauso weiter wie vorher.“

10: „Ich kenne einen Schüler der morgens, wenn er in die Schule kommt, immer sein Handy abgeben muss.“

9: „OK. Das ist vielleicht eine Ausnahme. Aber normalerweise bringt es nichts.“

10: „Der Grund für diese neuerliche Verbostdebatte ist einfach der, dass die Schüler vor der Tür mit ihren Handys nur zockend rumstehen.“

5: „Bei den Älteren ist das mit den Handys ja nicht so ausgeprägt.“

10: „Bei uns ist es halt so: Wer will da noch am Handy sein?“

5: „Man sollte die Handys von Schülern der 5. bis 7. Klasse einfach in einer Kiste sammeln.“

10: „Das Problem dabei ist aber, dass es schwer umzusetzen ist. Ich meine, was ist, wenn ein Schüler ein Ersatzhandy hat. Außerdem kann man einen nicht zwingen seinen Privatbesitz herzugeben. Es ist einfach zusätzliche Arbeit, die auch mit einer Haftung verbunden ist.“

5: „Aber gegen die Schüler vor dem Eingang muss man etwas tun!“

9: „Ein neues Verbot schränkt ja alle ein. Egal ob 5. oder 9. Klässler, wenn einer spielt, dann ist das Handy weg.“

8: „Eine Lösung wäre, einfach Schüler von der 5. bis 7. Klasse ihr Handy abgeben zu lassen.“

10: „Das kann man machen. Die Kontrolle ist nur schwierig. Sinnvoller wäre eine Handynutzung nur für Mittel- und Oberstufe zu erlauben. Wie gesagt, ein komplettes Handyverbot wäre weniger sinnvoll als ein stufenmäßiges, da man ja die Trauben von 5.-Klässlern vor dem Haupteingang so nicht mehr möchte.“

9: „Bisher finde ich das Verbot im Schulhaus auch gut. Das gilt ja draußen nicht.“

10: „Ja. Wenn man etwa seinen Vater anrufen möchte, ob er einen abholen kann, geht man einfach raus und nutzt sein Handy da.“

8: „Aber dann hat man auch die zockenden Schüler vorm Eingang.“

5: „Ein härteres Verbot würde einfach noch mehr Schüler dazu anreizen ´jetzt erst recht´ ihr Handy zu benutzten.“

10: „Will noch jemand seine Meinung sagen?“

9: „Die Eltern könnten eigentlich auch in die Diskussion einbezogen werden.“

10: „Ich glaube, das sind sie auch. Die Lehrer haben sich ja an den Elternbeirat gewandt.“

9: „Zum Teil wollen Eltern ja auch, dass ihre Kinder Handys haben, um sie zum Beispiel zu benachrichtigen.“

10: „Ich glaube, dass Eltern an der Situation vor Ort auch nichts ändern können.“

9: „Vor allem gibt es ja auch die, deren Kinder mit der Bahn fahren. Die Schüler brauchen ja ein Handy.“

10: „Und beim Einsammeln besteht das Problem der Haftung.“

5: „Der Lehrer muss halt aufpassen.“

10: „Das klappt nicht. Das Hauptproblem sind einfach diese zockenden Kinder in der Pause. Früher wurde noch viel mehr draußen gespielt.“

5: „Hauptsächlich sind es ja Jungs, die zocken…“

10: „So Leute, noch ein abschließender Satz“

8: „Ein Handyverbot nur für die Unterstufe.“

9: „Draußen sollten Handys aber erlaubt bleiben.“

8: „Dann bleiben die Trauben.“

10: „Oder ein aufklärender Elternbrief, mit dem Apell seine Kinder zu weniger Handynutzung anzuhalten. Und wenn das nichts bringt, dann eben ein Verbot.“

 

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